Tagebuch-5-Bloggerei

Heute gibt es die Tagebuch-Bloggerei mal als Special Edition im „To-be-continued“-Modus, weil ich nicht weiß, ob ich zu Hause dann noch zu nem Abschluss komme.

Gegen Mitternacht wache ich nach sehr kurzem Schlaf wieder auf, weil die Nachtdienst-Schwestern eher laut sind, die in der Nacht davor waren irgendwie leiser. Ich gehe nochmal auf Klo und lege mich wieder hin.

Kurz nach 2 beginnt es sich im Babybay neben mir zu regen, ich mache das Nachtlicht an und warte, dass Stine etwas wacher wird. Wir stillen eine Runde, sie wird gewickelt und schon ist es kurz nach 3.

Kaum habe ich sie frisch gewickelt wieder ins Babybay verfrachtet, schmatzt es von da schon wieder, ok, das heißt dann wohl Nachschlag.

Gegen 4 ist das Frollein zwar satt, aber alleine schlafen ist gerade total uncool, ich hole sie also an meine Seite und so schlummern wir bis um 6. ich nutze das zögerliche Aufwachen um was zu trinken und auf Klo zu gehen.

Um kurz vor halb 7 wird ausgiebig gestillt und zwischendrin gewickelt. Da das Frollein in Gesichtskasperlaune ist, gibt es schnell noch ein Bild.

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Ich ziehe mir Klamotten an hole mir Frühstück vom Buffet und fülle meine Wasserflasche am Wasserspender. Bereits auf dem Weg ins Zimmer wird klar, dass erst jemand sein 2. Frühstück bekommt, bevor ich meins bekomme.

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Währenddessen stellt sich die Schwester der Frühschicht vor und bringt mir das U-Heft und Vitamin-D-Tabletten. Danach gibt’s ne frische Windel für das Frollein und während ich dabei bin kommt die Schwester zum Blutdruckmessen usw. Die Schwester heute ist irgendwie ein wenig verpeilt, aber egal. Ich sage ihr nochmal, dass ich heute um 15:00 gehen will und so fällt ihr dann auch auf, dass sie ja noch was für die gynäkologisch Abschlussuntersuchung vorbereiten muss.

Viertel vor 9 gibt es dann auch Frühstück für mich. Als ich um halb 10 fertig bin, werden erstmal die wichtigen Dinge gemacht, auf Klo gehen, Stillhütchen auswaschen, Schmerztablette nehmen (das habe ich in der Nacht mal wieder vergessen).

Kurz vor 10 schneit eine Assistenzärztin rein und macht die gynäk. Abschlussuntersuchung. Ich werde untersucht und über Wochenfluss, die Narbe und alles mögliche „aufgeklärt“.

Gleich danach kommt jemand von der Patientenaufnahme wegen des Zimmer-Upgrades. Die Schwestern hatten das falsche Formular rausgegeben. Er füllt das richtige aus und ich unterschreibe. So wird mich das Einzelzimmer nur ~32€ die Nacht kosten und nicht wie auf dem anderen Formular angegeben 101€.

Kurz vor 12 wacht Stine langsam auf und es rappelt mächtig in der Windel. Also neue Windel und dann kommt auch schon der Hunger. Wir stillen gerade im Liegen, da kommt das Mittagessen und eine Ärztin, ich dachte zwar ich bin mit denen durch, Sage aber, dass ich in einer halben Stunde rüber komme.

Als hätte sie es verstanden legt sie eine extralange Stillrunde ein, und die Ärztin fragt ob ich sie vergessen hätte. Nein, das Kind hat heute Ausdauer. Als ich dann rüberkomme ist klar, das die Untersuchung schon erledigt wurde.

Ich packe schonmal alles soweit zusammen, damit ich fertig bin wenn der Mann kommt um uns nach Hause zu fahren. Das Frollein nimmt noch einen kurzen Snack, mir ganz recht. Die Schwestern sind hinterher, dass Zimmer schnell wieder zu belegen.

Der Mann lässt auf sich warten, auf dem Flur höre ich die Stimme der Yoga-Kurs-Hebamme und strecke meinen Kopf raus. Sie guckt kurz das Baby an und wir besprechen, dass der Starttermin vom Rückbildungs-Yoga auch der frühestmöglich nach Kaiserschnitt wäre, super, so muss ich nicht umplanen.

Gegen halb 4 kommt der Mann, ich stecke das Kind in die mitgebrachten Klamotten und ab geht’s nach Hause. Dort klären wie erstmal viel organisatorisches und der Mann fährt erstmal einkaufen während wir zwei Damen eine Runde auf dem Bett im Kinderzimmer stillen.

Beim Windelwechsel zwischen den Brustseiten gibt es eine Fontäne, super, Body nass also ganz aus, es soll ja eh nackicht gestillt werden, damit die junge Dame nicht immer so schnell wegpennt. Als ich Stine am Ende der Runde wieder anziehen will, scheppert’s in der Windel. Ok, also nochmal alles von vorne. Oben läuft die Milch raus, kein Wunder wenn man pro Seite ne halbe Stunde trinkt.

Am Ende ist das Kind aber soweit frisch verpackt, ich lege es ins Beistellbett und habe ein wenig Zeit das Babyphone auszupacken das am Wochenende kam und meine Post zu lesen.

Als der Mann wieder da ist muss dieser erstmal das Babyphone begutachten und ich ihn etwas scheuchen, damit wir zum Einkaufszentrum fahren. Dort geht’s zum Drogeriemarkt und zum Klamottenschweden, mehr stilltaugliche Oberteile kaufen. Gleich im Anschluss fahren wir zur Packstation, dort warten Multi-Mam-Kompressen, mehr Stillhütchen (habe nur eins vom Krankenhaus bekommen) und Unterhosen, denn mein Billig-Kauf aus dem Supermarkt hat zu harte Kanten und außerdem schwitzt man da arg und das genau bei der Kaiserschnitt-Narbe.

Zu Hause angekommen rufe ich zuerst die Vertretungs-Hebamme an (meine eigentliche hat 2 Wochen Urlaub, wer rechnet denn auch damit, dass da Kind genau am Stichtag kommt?) und schreibe hier die letzten 7 Stunden nieder während der Mann sich um die Wäsche und das Essen (Bagel mit Lachs, endlich) kümmert, Stine pennt derweil neben mir auf dem Sofa. Wie gut, dass man Bagels kalt isst, bald hat sie bestimmt Hunger.

So, noch eben den Rest hinzufügen. Gegen 20 Uhr essen wir und ich kann meine Bagel noch zu Ende essen bevor ich nach oben gehe um zu stillen.

Nach dem Stillen mache ich mich bettfertig, denn es ist inzwischen schon 22 Uhr.

Damit endet dann auch dieser 5. ein besonderer 5, der 5. Lebenstag unserer Tochter.

Fancy Nancy

Bis Sonntag abend hatte ich die Hoffnung die Nacht alleine im 3er Zimmer zu verbringen, aber gegen 20 Uhr wurde eine frisch per Kaiserschnitt entbundene reingerollt. Im folgenden Fancy Nancy genannt, so habe ich sie gestern betitelt, bzw. Ihre Sippe hieß dann die Flodders.

Meine Hoffnung auf ne ruhige Nacht war also dahin, ich wusste ja wie meine erste Nacht war, wobei ich nach der Nacht wusste, dass ich sehr rücksichtsvoll und selbständig war.

Gestern kamen bei den Flodders mehr als 10 verschiedene Leute zu Besuch, viele parfümiert, das ganze weniger als 24 Stunden nach dem Kaiserschnitt. Kind hatte gestern auch schon nen Schnuller im Mund, und Muttern klingelt ständig nach der Schwester weil es mit dem Anlegen nicht klappt und das Kind wenn es nach Ihr ging alle 2 Stunden gewickelt werden musste. Sie hat auch gleich Stillhütchen verlangt, worauf die Schwester gleich meinte, brauchen Sie nicht. Ganz generell hatte alle in der Familie Panik, dass Kind wird quasi innerhalb weniger Stunden verhungern, gut so sahen sie auch alle aus.

Katheter wollte sie auch unbedingt gezogen haben, ist dann aber erstmal 5 Stunden nicht aufgestanden. Bei mir war es genau andersrum, ich wollte unbedingt aufstehen und dazu musste der raus. Und mir wurde im Vorbereitungskurs eingetrichtert, geh häufig auf Klo, auch wenn Du nicht musst, am besten alle 1-2 Stunden. Fancy Nancy ist glaube bis ich das Zimmer gestern verlassen habe 2 mal gegangen.

Die Oma war samt der 4-jährigem Tante und dem Opa auch Dauergast, erst nimmt sie alles ab, um Fancy Nancy dann zum laufen auf dem Flur rauszuscheuchen. Zum Glück sind sie einmal mit 6 Leuten Besuch dann auch in die Caféteria abgedüst. Nur nicht mit Onkel Norman (der total krass korrekte Geschichten von der Baustelle mitgebracht hatte) und dem Vater, die hatte ich dann beim Stillen als Zuschauer, weil ich nicht ins Stillzimmer flüchten wollte.

Ihr Kind war entsprechend unruhig, hat die Station zusammengebrüllt und hat wohl meinen Milcheinschuss beschleunigt, der tat mir echt leid, der kann ja nichts für seine Sippe.

Da mittags jemand von der Patientenverwaltung da war und mich nochmal auf meinen 2-Bett-Zimmer-Anspruch über das babyfocus-Programm erinnert hat, ergab sich dann im Laufe des Nachmittages die Chance in ein frei werdendes Zimmer zu ziehen. So habe ich jetzt ein Einzelzimmer bis es morgen nach Hause geht. 2 mal 3 Stunden Schlaf hatte ich so letzte Nacht, ein Traum.

Jetzt kann ich auch über die Flodders lachen, gestern nachmittag war es eher zum Heulen, aber sowas muss man wohl mal mitgemacht haben, um was zu erzählen zu haben.

U2-Dschungel

Man darf ja Wünsche haben, was die Geburt angeht und auf meiner Liste steht das Wort ambulant ganz oben. Klar kann alles anders kommen, aber das ist jetzt erstmal das Ziel. Um darauf vorbereitet zu sein, muss so einiges organisiert werden und das erweist sich gerade in der Praxis als etwas kompliziert.

Alles ist darauf ausgerichtet, dass die U2 im Krankenhaus stattfindet, Kinderärzte die das am besten noch per Hausbesuch übernehmen sind rar gesät. Als ich nun so ein Exemplar in der Nähe gefunden habe, dass zum fraglichen Zeitpunkt auch keine Praxisferien hat, war ich erstmal froh, aber dann kamen die Details. Einen Test (Guthrie) macht der Arzt nur in der Praxis oder die Hebamme muss das übernehmen wenn die U2 als Hausbesuch stattfindet.

Also gleich gestern beim Vorsorge-Termin die Hebamme gefragt, ja, kann sie machen, braucht damit sie es abrechnen kann aber ein Attest vom Kinderarzt. Muhaha, da weiß man wieder, dass man in Deutschland lebt und alles seine Ordnung haben muss. Und da schreibt die Krankenkasse so schön in Ihrem Baby-Focus-Flyer: „Sie entscheiden, wie Sie Ihr Kind zur Welt bringen wollen und ob Sie gleich nach der Geburt mit Ihrem Kind nach Hause gehen.“

Realistisch wäre wohl eher, „Wenn Sie es tatsächlich, trotz aller Hürden, die uns rechtlich möglich waren, geschafft haben, alles notwendige für die U2 außerhalb des Krankenhauses zu organisieren und sich immer noch nicht von diesem unüblichen Quatsch haben abbringen lassen, dann muss das Krankenhaus Sie und Ihr Kind wohl schon nach wenigen Stunden gehen lassen.“

Und dann höre ich gestern, dass es Frauenärzte gibt, die Vorsorgeuntersuchungen durch die Hebamme ablehnen und nur die Wahl lassen, alle beim Arzt, oder suchen sie nicht nen anderen. Da bin ich dann sehr glücklich, dass meine Frauenärztin das wegen weniger Geld für sie zwar auch nicht soooooo super findet, aber es eigentlich gutheißt.

Leid tun mir vor allem die Menschen, die nicht so informiert und organisiert sind und alles schlucken, nicht nur im Bereich Kinder kriegen, auch in anderen medizinischen Bereichen. Was da alles für krumme, unnötige Dinge laufen, will ich glaube ich gar nicht wissen.

Die Sache mit Hamburg

Ich bin in Hamburg geboren. Der Mann auch. Und auch wenn wir auf Grund von geerbten Immobilien im Hamburger Speckgürtel wohnen, so ist für uns eigentlich klar, dass wir „Hamburg“ antworten, wenn uns jemand fragt, woher wir kommen.

Wir arbeiten in Hamburg, unser Boot liegt in Hamburg, kirchlich geheiratet wurde in Hamburg, unsere erste gemeinsame Wohnung war in Hamburg, den ersten Kuss gab es in Hamburg. Dass unsere Autos kein Hamburger Kennzeichen tragen, das schmerzt schon ein wenig.

Trotzdem sind wir, wenn man es genau nimmt, keine echten Hamburger. Der Hamburger kennt da feine Unterschiede, da müssen schon Eltern und Großeltern ebenfalls in Hamburg geboren sein, um ein waschechter Hamburger zu sein. Das bekommen wir für den Nachwuchs aber nicht hin, da reicht es nur zu einem waschechten Norddeutschen, unsere Eltern sind in Niedersachsen, bzw. Schleswig-Holstein geboren.

Aber dass der Nachwuchs doch bitte in Hamburg zur Welt kommen soll, war trotzdem schon fast selbstverständlich, man will sich ja die Chance auf waschechte Hamburger Enkel sichern 😉