Krippen-Chaos, -Luxus oder wie auch immer

Heute kam Post von der Stadt, unsere „Berechtigung für den Abschluss eines Betreuungsvertrages zur Inanspruchnahme eines Krippenplatzes (bis zu 4 Stunden täglich)“. Kurz Berechtigungsschein genannt. Gültig für das Kindergartenjahr 2015/2016.

Ich nahm das als Anlass bei der neuen Krippe in der Straße nachzufragen, wann die Platzvergabe für die Plätze ab 01.03.2015 stattfindet und ob wir auch noch einen Berechtigungsschein für das laufende Kindergartenjahr einreichen müssen.

Ja, das müssen wir und die Platzvergabe erfolgt in den nächsten Tagen, allerdings muss die Leitung erst mit der Stadt klären, nach welchen Kriterien sie das tun muss. (WTF?!) Ich sagte der Dame, dass mich das irritieren würde, da die Kriterien ja per Gesetz festgelegt sind und wir uns deshalb eigentlich gar keine großen Chancen ausrechnen würden, da wir nicht beide berufstätig, nicht alleinerziehend und nicht sonst wie förderbedürftig sind. Sie wollte die Plätze nach Eingangsdatum der Anmeldung vergeben, da sie ja auch gar nicht wissen würde, ob beide Elternteile arbeiten.

Hätte ich bloß nichts gesagt, denn dann dürften wir ganz weit oben auf der Liste stehen. Jetzt habe ich erstmal bei der Stadt schnell den Berechtigungsschein für 2014/2015 nachgeordert.

Nebenbei habe ich dann auch noch rausgesucht, was uns dieser Luxus denn kosten würde. 219,50€ pro Monat und 150€ Betreuungsgeld das wegfällt. Gerechnet auf die 17 Monate sind das rund 6.000€ *schluck* Eventuell kommen noch so „Kleinigkeiten“ wie Essensgeld dazu.

Allerdings wäre dieses Geld dann quasi die Garantie dafür, dass auch ein Geschwisterkind einen Platz in der Krippe und das Hühnchen einen Platz in der Elementargruppe sicher hat. 200 Meter zu Fuß von Tür zu Tür. Ein nicht zu unterschätzender Punkt in einer wachsenden Stadt mit vielen Kindern.

Und wo wir gerade beim Betreuungsthema sind, so langsam müssen wir uns überlegen, auf welche der beiden Grundschulen die Kinder später gehen sollen. Denn dort sollten wir das Hühnchen bald für die nachschulische Betreuung anmelden, da sind die Plätze noch knapper als ins Krippe oder Kindergarten. Verrückte Welt.

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Tagebuch-5-Bloggerei

Unser Tag beginnt um kurz nach 2, ich bin wach geworden und da es sich auch im Beistellbett leicht regt, schnappe ich mir die kleine und wir stillen im Kinderzimmer eine gute Runde. Ich will eigentlich noch eine frische Windel spendieren, aber die ist nun schon seit 6 Stunden trocken. Dann schlafen wir weiter.

Kurz vor 5 bin ich wieder wach und auch neben mir ist es nur eine Frage von Minuten bis der Hunger den Schlaf überstimmt. Also wieder ab auf den Stillsessel. Diesmal ist die Windel dann auch nass.

Um und bei 6 gnöttert es im Beistellbett, eine nasse Windel ist der Grund. Ich schaffe es die Nudel nochmal zum Schlafen zu bewegen und gehe selber aufs Klo und ziehe mich an.

Viertel vor 7 erwacht der kleine Hunger beim Kind und wird gestillt. Der Mann übernimmt das Anziehen bevor er zur Arbeit fährt.

Ich will das Kind in den Autositz verfrachten, da erscheint mir die Windel voll. Ich lege das Kind auf den Wickeltisch und schaue mir das Werk an. Nach fast 48 Stunden wieder Stuhlgang. Ich hatte mich so schön an die nur Pipi-Windeln gewöhnt. Dann aber schnell los, denn wir haben einen Termin beim Orthopäden, um den Sitz der Orthese kontrollieren zu lassen. Auf dem Weg nehme ich noch ein Kind und das Gepäck meiner Schwester und ihrer Blagen mit zur Bushaltestelle. Die waren seit Mittwoch zu Besuch und haben hier für Chaos gesorgt.

Punkt 8 bekomme ich einen Parkplatz direkt vor der Tür des Orthopäden, fast wie ein 6er im Lotto. Da ich noch 20 Minuten zu früh bin, flaniere ich noch die Einkaufsstraße im feinen Othmarschen auf und ab.

Aufgerufen werden wir pünktlich, aber bis der Orthopäde ins Zimmer kommt Vergehen fast 15 Minuten. Ganz schön doof, wenn das Kind Hunger bekommt. Ganze 3 Minuten ist der Arzt drin, dann machen wir nen schnellen Abflug und die Rückbank dient als Stillsessel.

Was mir heute sauer aufstößt, er fragt nach dem Alter der kleinen. Das wäre aber beim letzte Termin viel interessanter gewesen, dann hätte ihm auffallen können, dass wir nur ein popeliges Grad vom altersgerechten Wert entfernt waren und ein frühere Kontrolle doch Sinn gemacht hätte. Vollpfosten. Echt mal.

Das Stillen ist etwas holperig, klar ist ja auch nicht zu Hause. Da wir rechts und links recht zugeparkt sind, scheidet wickeln auf dem Rücksitz aus. Im Kofferraum ist der Buggy. Da fällt mir ein, dass sich mein Beifahrersitz umklappen lässt, Viola eine 1a Wickelfläche.

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Als nächstes steht auf unserem Plan die Anmeldung im Kindergarten. Auf dem Weg dahin mutiere ich mal eben zur Macchiato-Mutti und jage mir einen Caramel-Macchiato beim McCafé.

Der Kindergarten, der unsere 1. Wahl ist, war schon mein Kindergarten. Er gehört zu einer der beiden evangelischen Kirchen der Stadt. Ich fülle gleich vor Ort die Voranmeldung aus und gebe sie ab. Anfang 2015 werden die Plätze verteilt. Bis Ende 2014 muss ich dann noch einen Berechtigungsschein der Stadt besorgen. Es fühlt sich total albern an, sich bereits jetzt um so etwas zu kümmern.

Wieder zu Hause hat das Frollein Hunger. Und ich vergesse die Haustür zu schließen, zum Glück kommt 5 Minuten später meine Mutter mit Grace vorbei, das ist eins von 3 Kindern der Familie bei der sie als Kinderfrau arbeitet. Grace wollte unbedingt das Baby sehen, außerdem hat uns die Familie aus Amerika ein Geschenk mitgebracht. Ein Sweatshirt-Kleid, Größenangabe 3-6 Monate/8 Kilo, bei uns dann wohl eher 6-9 Monate.

Als die beiden wieder weg sind telefoniere ich mit der Flussschifferkirche um zu klären welche Termine für eine Taufe in Frage kommen. Die Dame im Kirchenbüro hört nur meinen Namen und fragt gleih, ob wir Nachwuchs bekommen haben. Danach kontaktiere ich die Frau vom geplanten Taufpaten (er weiß noch nichts von seinem Glück) um zu klären, wann ihr Mann nicht auf See und in Hamburg ist.

Ich favorisiere einen Termin Mitte Oktober, da hätten die Kinder meiner Schwester Schulferien, mal sehen ob sich das alles unter einen Hut bringen lässt.

Wir stillen eine Runde und es gibt eine neue Windel. Ich setze mich ins Wohnzimmer, das Frollein schläft auf mir ein und ich habe keine Lust sie umzubetten, iPad und iPhone liegen in Reichweite.

Über eine Stunde sitzen wir so da und langsam verliere ich das Gefühl in meinen Pobacken. Ich überfliege Lieferdienste und Mittagstisch-Karten und frage den Mann per ICQ ob sie heute beim Steakhouse Mittagstisch holen. Da er noch etwas in der Apotheke bei seiner Firma bestellt hat, könnten wir uns dort treffen, dann kann ich auch gleich Mittag abgreifen. Antwort lässt aber etwas auf sich warten.

Da ich auf Klo muss, starte ich deinen Ablegeversuch. Klappt problemlos. Ich nutze die Gelegenheit und schnappe mir Gymnastikmatte und den Redondo-Ball, ich kleiner Rückbildungsstreber. Noch keine Antwort vom Mann.

Halb 2, das Kind wird langsam wach, gleich ran an die Brust. Nach einer neuen Windel schläft die kleine kurz in meinem Arm weiter. Um 2 nimmt sie sich noch ein wenig Nachschlag.

Da der Mann immer noch nicht geantwortet hat lege ich die Kleine ins Kinderzimmer ins Bett (mit viel Spielzeug) und schmiere mir ein Toast. Dann warten wir auf die Hebamme, stillen vorher aber noch mal.

Die Hebamme kommt pünktlich und ich berichte was wir hier so die letzten Tage für Sorgen hatten. Per SMS hatte ich ihr nur das Gewicht mitgeteilt und dass ich eine Verlängerung vom Kinderarzt in Arbeit habe. Sie bestätigt meine Gedankengänge und Maßnahmen. Sie hätte jetzt vorgeschlagen eine Mahlzeit abgepumpte Milch komplett aus der Flasche zu geben um die Zunahme zu unterstützen. Als wir zum Wiegen kommen, habe ich die Bestätigung in Zahlen, 220 g mehr in 13 Tagen, auf meiner Waage 170g in 5 Tagen. Also keine Flasche. Chacka!

Als die Hebamme weg ist nehme ich das Frollein in die MySol und räume den Geschirrspüler aus.

Gegen halb 6 stillen wir nochmal, wickeln und warten dann auf den Papa. Als der kommt, darf er noch kurz auf Klo und dann übernehmen. So kann ich hier dann die letzen 5 Stunden aufschreiben.

Gegen halb 7 gehe ich runter und lasse Laugenstangen aus dem Tiefkühler antauen.

20 vor 7 beginnt Madame mit dem allabendlichen untröstlichen Schreikonzert wegen, wie wir es nennen, Weltschmerz. Ich schuckle die ersten 20 Minuten, dann übernimmt der Mann und ich stelle den Ofen mit den Laugenstangen aus. 2 nasse Windeln wechseln wir, die hasst das Kind wie die Pest. Soll sie mal schön beibehalten, beste Voraussetzungen zum trocken werden.

Inzwischen ist es halb 8, bis wir essen können, wird es wohl noch dauern.

Viertel vor 8 und flupps schläft das Kind. Leider nur 5 Minuten, ich fange dann schonmal an zu essen. Aber der Mann kommt doch gleich wieder runter.

Wir essen in Ruhe und als wir fertig sind schwanke ich zwischen Kind zum Stillen wecken oder warten. Und schon möppert es im Babyphone. Bevor sie richtig wach wird pflücke ich das Frollein aus dem Bett und lasse sie andocken. Tankstopp Nummer 10 für heute.

Auf dem Weg nach oben habe ich noch ein Malzbier aus dem Kellerkühlschrank beim Mann geordert. Das werde ich gleich trinken.

Damit Ende ich mal für heute, es folgt noch Tankstopp 11 und das ins Bett gehen.