Jetzt #2

Das Hühnchen machte bis eben einen langen Mittagsschlaf und ich konnte mir das Video ansehen. Puh, mich hat am meisten die mangelnde und/oder mangelhafte Kommunikation entsetzt. Und mich gleichzeitig erleichtert, dass es bei mir so viel besser gelaufen ist. Ich bin immer gut informiert worden, habe selber für mich feststellen können, dass ein Kaiserschnitt wahrscheinlich wird. Auch das OP-Team hat uns damals bei Laune gehalten. Einzig die Zeit im Aufwachraum kam mir ewig vor.

Gestern hatte ich schon über die Zeiträume gelesen, ab denen man von Geburtsstillstand spricht (2 Stunden), heute habe ich das mit dem Geburtsbericht abgeglichen. 4 Stunden ist bei mir nichts passiert. Also auch keine Eile die zu beklagen wäre.

Bleibt die Frage warum es damals, quasi mit Betreten des Kreißsaals, nicht weiterging. Und die Frage ob sich die Frage beantworten lässt.

Dann soll es wohl jetzt sein (Jetzt #1)

Die Twitter-Timeline spült mir einen Link zu einer Dokumentation über Kaiserschnitt vor die Füße (geguckt habe ich sie noch nicht) und auch sonst drängt sich das Thema immer wieder in meinen Kopf. 2. Kaiserschnitt oder versuchen drumrum zu kommen.

So habe ich dann heute Nachmittag mit dem Suchbegriff VBAC ein wenig medizinisches gelesen, Wahrscheinlichkeiten gesehen, mehr Fragen für mich aufgeworfen und mir ein Buch bestellt.

Und dass ich zweifle, ist für mich gerade der größte Grund es gar nicht zu versuchen. Denn wie soll es klappen, wenn man unbewusst nicht daran glaubt?

Und da die Gedanken jetzt gerade raus müssen, stehen sie halt hier. Und wahrscheinlich noch ein paar Mal mehr, im April sollte ich dann aber nicht mehr damit nerven.

Punktlandung

Das wichtigste zuerst, pünktlich am Stichtag kam unsere Tochter um 17:10 zur Welt, technische Daten: 3100 g, 48cm, Kopfumfang 34,5cm und damit weit an allen Schätzungen vorbei.

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Nachdem die Frauenärztin am Freitag im Tastbefund nur unreif feststellen konnte, gingen wir alle davon aus, vor Montag passiert gar nichts.

Samstag erwachte ich um halb 6 von einer Wehe. Kurz auf Klo. Wieder hingelegt, 20 Minuten später das selbe Spiel. Also eine App gezückt und mitgestoppt. Keine Stunde später waren ich bei 6 Minuten Abständen und ging erstmal Duschen. Weniger wurde es nicht, mehr auch nicht.

Obwohl mir mehr nach bewegen war, setze ich mich aufs Sofa um einzuschätzen wie regelmäßig das jetzt wird und ob ich erst beim Kreißsaal anrufe oder wir direkt losfahren.

Alle 5 Minuten, und Intensität zunehmend brachte uns zum losfahren.

In der Klinik ging es erstmal ans CTG, schöne kräftige Wegen waren zu sehen, die Hebamme war wegen Unregelmäßigkeit skeptisch und so hieß es warten auf den Arzt. Da sah ich uns schon wieder nach Hause fahren.

Die Ärztin war selbst überrascht, Muttermund bei 4 cm, ich darf mir einen Kreißsaal aussuchen. Das war dann so gegen halb 12. Wir landeten im beliebtesten, der gerade frei geworden war. Mir war nur wichtig, dass es ein großer ist.

Ich wehte so vor mich hin und gegen 13 Uhr war der Zwischenstand 7 cm. Ein wenig geturne später sprang dann auch die Blase. Soweit alles gut bis bilderbuchmäßig. Nur der Kopf hing noch recht weit oben.

Leider bewegte sich dann kaum noch was, eine Seite des Muttermundes gab nicht nach, das Köpfchen kam nicht runter um Druck zu erzeugen und es blutete stärker als es sollte.

Eine PDA war der letzte Versuch nochmal Schwung reinzubringen, aber auch das wollte nicht gelingen. Um kurz vor 4 dann die Entscheidung, Kaiserschnitt. Zum Glück lag die PDA schon und wurde nur hochgespritzt.

Das ganze war so surreal und ich so unglaublich ruhig. Ab da verging die Zeit gefühlt gar nicht. Im OP selber bekam ich zwar alles mit, aber gefühlt redete keiner mit mir. Erst als wir nach dem Namen gefragt wurden. Dann ewiges Warten bis ich die kleine sehen konnte, fertig genäht war und dann endlose Minuten im Aufwachraum bis endlich der Mann kam und das Kind mitbrachte.

Danach ging es auf Station, später dann mehr über Krankenhausnächte, Alptraum-Bettnachbarinnen usw.