48 Stunden München, 14 Stunden Deutsche Bahn

Schon seit Januar gebucht war die Fahrt für ein Wochenende bei der Freundin aus der Ausbildung in München. Uns mehr als einmal im Jahr zu treffen schaffen wir eigentlich nie, das letzte Mal haben wir uns auf unserer Hochzeit gesehen.

Irgendwie stand das Wochenende aber unter keinem guten Stern, meine Bahn von Hamburg nach München war ein Ersatzzug, IC statt ICE, aber immerhin pünktlich da und ich hatte eine Steckdose am Platz.

Angekommen in München dann die nächste Hiobsbotschaft, Kind der Freundin (20 Monate) krank, Fieber und Schnoddernase. Lebenspartner der Freundin das ganze Wochenende unterwegs Skifahren. So machten wir es uns bei Tiefkühlpizza und DVD halt auf dem Sofa gemütlich, aber wirklich lang wurde der Abend auch nicht.

Der nächste Tag begann wie erwartet früh, aber zumindest mit einem deutlich gesünderem Kind und so peilten wir eine kleine Shoppingtour für den Nachmittag an. Aus der wurde dann nichts, noch nicht mal ins Parkhaus kam man rein, Parkplatz außerhalb auch keine Chance. Dazu kam dann noch ein Migräneanfall der Freundin, so dass wir die Aktion abgeblasen haben, ich bin zurück gefahren und wir shoppten lediglich noch ein wenig Essen für den Abend und das Mittag für Sonntag.

Die Freundin unterhielt sich mehrfach mit der Keramik, ich sorgte für etwas zu essen, und als das Kind im Bett war und die Freundin auf dem Sofa gegen 21 Uhr die Augen schwer wurden, verkroch mich mit einem Buch ins Bett.

Sonntag wollten wir dann zumindest mal kurz vor die Tür und suchten den nahegelegenen Spielplatz auf, kein wirkliches Vergnügen bei Minus 3 Grad und eisigem Wind. Dementsprechend schnell war der Rückweg eingeschlagen.

Dann war auch schon wieder Zeit für’s Mittag, damit das Kind seinen Mittagsschlaf noch rechtzeitig vorm Aufbruch zum Bahnhof beenden konnte. Dort angekommen sah noch alle gut aus, nur war der Sohn der Freundin nicht sehr angetan von meiner Abreise.

Meine Buchung hatte einen Umstieg in Würzburg und da begann das Bahn-Drama, Zug fuhr in 2 Teilen, der eine kam pünktlich, nur meine Reservierung war im anderen Teil. Soweit so gut, einen Sitzplatz in der 1. Klasse (bei der Buchung war der 1. Klasse Sparpreis nicht teuerer, da sagt man ja nicht nein) zu finden war kein Problem.

Das wirkliche Drama begann nach dem Halt in Fulda, eine Personen-Unfall zwischen Kassel und Göttingen. Wir würden eine Umleitung fahren. 30 Minuten mehr seien einzuplanen. Aus denen wurden dank langsamerer Strecke, einem ungeplanten Zwischenhalt in Göttingen und teilweise nur Eingleisigkeit dann 90 Minuten bis Hannover. Und daraus resultierend fuhr der Zug nicht wie geplant bis Altona sondern nur bis Hauptbahnhof, doppelte Fahrzeit für meinen Mann der mich abholen wollte. Wir planten dann um, ich würde bereits in Harburg aussteigen und er holt mich dort ab, das geht schneller als eine Fahrt zum Hauptbahnhof. So war das nach Hause kommen vor Mitternacht zumindest nicht ganz ausgeschlossen.

Nach Hannover dann so als Sahnehäubchen noch ein pöbelnder Betrunkener ohne Fahrschein im Waggon. Den haben die Zugbegleiter dann in Uelzen vor die Tür gesetzt, meine Panik war schon, dass wir dort noch auf Bundespolizei warten müssen, damit die ihn zum Aussteigen bewegen.

Kurz nach 23 Uhr stieg ich dann in Harburg aus, gegen halb 12 waren wir zu Hause. Schön war’s nicht das Wochenende, aber erkenntnisreich. Ich hoffe, ich habe später mehr Geduld mit meinem Kind, ich würde immer wieder 1. Klasse buchen und zu Hause ist es doch am schönsten. Abgesehen vielleicht von an Bord des eigenen Bootes 😉

Die Sache mit Hamburg

Ich bin in Hamburg geboren. Der Mann auch. Und auch wenn wir auf Grund von geerbten Immobilien im Hamburger Speckgürtel wohnen, so ist für uns eigentlich klar, dass wir „Hamburg“ antworten, wenn uns jemand fragt, woher wir kommen.

Wir arbeiten in Hamburg, unser Boot liegt in Hamburg, kirchlich geheiratet wurde in Hamburg, unsere erste gemeinsame Wohnung war in Hamburg, den ersten Kuss gab es in Hamburg. Dass unsere Autos kein Hamburger Kennzeichen tragen, das schmerzt schon ein wenig.

Trotzdem sind wir, wenn man es genau nimmt, keine echten Hamburger. Der Hamburger kennt da feine Unterschiede, da müssen schon Eltern und Großeltern ebenfalls in Hamburg geboren sein, um ein waschechter Hamburger zu sein. Das bekommen wir für den Nachwuchs aber nicht hin, da reicht es nur zu einem waschechten Norddeutschen, unsere Eltern sind in Niedersachsen, bzw. Schleswig-Holstein geboren.

Aber dass der Nachwuchs doch bitte in Hamburg zur Welt kommen soll, war trotzdem schon fast selbstverständlich, man will sich ja die Chance auf waschechte Hamburger Enkel sichern 😉