Fertig

Seit Mittwoch 19:28 sind wir um ein Familienmitglied reicher. 2 tolle Hebammen und entspannten Ärzten sei Dank, musste 2.0 nicht den Notausgang nehmen.

3520g brachte der junge Mann auf die Waage, 52 cm ist er lang und sein Kopf hatte einen Unfang von 36 cm.

Der Weg war lang, wir waren seit ca. 9 Uhr im Kreißsaal, wieder wollte es bei 6 cm nicht voran gehen, aber dank (traumhaft sitzender, nicht zu hoch geregelter) PDA, zauberhafter Hebammenfinger und ein paar weichmachenden Medikamenten ließ sich auch diese Hürde überwinden.

Viel Zeit und Kraft hat dann die Austreibungsphase gekostet. Für das letzte Stück haben wir dann auch noch ärztliche Hilfe gebraucht.

Am Ende half die Saugglocke, da der Kopf nicht so richtig durchs Becken rutschen wollte. 

Erst als er draußen war, konnte man erkennen, dass der Kopf viel schräger saß, als es alle getastet haben.

Mein Kreislauf hatte noch kräftig zu tun, aber kurz vor Mitternacht waren wir dann auf dem Stationszimmer.

Nach 2 Nächten sind wir gegen kinderärztlichen Rat nach Hause gegangen. Die ollen Streptokokken werden eigentlich 72 Stunden beobachtet, aber das wäre nur ein Thema zum Aufregen, und das müssen wir nicht mehr.

Zu Hause war die erste Nacht holperig, wenn man sich nur an der Brust beruhigen mag, ist irgendwann halt der Bauch voll. Bis wir eine Alternative zum Beruhigen hatten, dauerte es bis 4 Uhr. Danach konnten wir aber nochmal Schlaf tanken bis um 7.

Wir spielen uns hier langsam ein und die große Schwester hat ihrem Bruder heute Morgen beim Tischdecken schon ein Brettchen zugeteilt. Darf wohl bleiben, der „Japod“.

Punktlandung

Das wichtigste zuerst, pünktlich am Stichtag kam unsere Tochter um 17:10 zur Welt, technische Daten: 3100 g, 48cm, Kopfumfang 34,5cm und damit weit an allen Schätzungen vorbei.

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Nachdem die Frauenärztin am Freitag im Tastbefund nur unreif feststellen konnte, gingen wir alle davon aus, vor Montag passiert gar nichts.

Samstag erwachte ich um halb 6 von einer Wehe. Kurz auf Klo. Wieder hingelegt, 20 Minuten später das selbe Spiel. Also eine App gezückt und mitgestoppt. Keine Stunde später waren ich bei 6 Minuten Abständen und ging erstmal Duschen. Weniger wurde es nicht, mehr auch nicht.

Obwohl mir mehr nach bewegen war, setze ich mich aufs Sofa um einzuschätzen wie regelmäßig das jetzt wird und ob ich erst beim Kreißsaal anrufe oder wir direkt losfahren.

Alle 5 Minuten, und Intensität zunehmend brachte uns zum losfahren.

In der Klinik ging es erstmal ans CTG, schöne kräftige Wegen waren zu sehen, die Hebamme war wegen Unregelmäßigkeit skeptisch und so hieß es warten auf den Arzt. Da sah ich uns schon wieder nach Hause fahren.

Die Ärztin war selbst überrascht, Muttermund bei 4 cm, ich darf mir einen Kreißsaal aussuchen. Das war dann so gegen halb 12. Wir landeten im beliebtesten, der gerade frei geworden war. Mir war nur wichtig, dass es ein großer ist.

Ich wehte so vor mich hin und gegen 13 Uhr war der Zwischenstand 7 cm. Ein wenig geturne später sprang dann auch die Blase. Soweit alles gut bis bilderbuchmäßig. Nur der Kopf hing noch recht weit oben.

Leider bewegte sich dann kaum noch was, eine Seite des Muttermundes gab nicht nach, das Köpfchen kam nicht runter um Druck zu erzeugen und es blutete stärker als es sollte.

Eine PDA war der letzte Versuch nochmal Schwung reinzubringen, aber auch das wollte nicht gelingen. Um kurz vor 4 dann die Entscheidung, Kaiserschnitt. Zum Glück lag die PDA schon und wurde nur hochgespritzt.

Das ganze war so surreal und ich so unglaublich ruhig. Ab da verging die Zeit gefühlt gar nicht. Im OP selber bekam ich zwar alles mit, aber gefühlt redete keiner mit mir. Erst als wir nach dem Namen gefragt wurden. Dann ewiges Warten bis ich die kleine sehen konnte, fertig genäht war und dann endlose Minuten im Aufwachraum bis endlich der Mann kam und das Kind mitbrachte.

Danach ging es auf Station, später dann mehr über Krankenhausnächte, Alptraum-Bettnachbarinnen usw.