Distanzlosigkeit

Mich überrumpeln gerade Dinge, auf die ich selber im Leben nie kommen würde.

Warum ist der Bauch einer Schwangeren auf einmal öffentlicher Streichelzoo? Ich greife anderen doch auch nicht einfach an den Hintern? Warum muss ich hier erst drum bitten das zu lassen? Warum ist das nicht selbstverständlich?

Und dass das Baby sofort in den allgemeinen Besitz übergeht, finde ich auch gruselig. Ich mag schon den Begriff „mein Mann“ nicht gerne, denn er gehört mir ja nicht. Heute hat meine Erziehung ganz knapp die Oberhand behalten als ich gefragt wurde „wie geht’s denn unserem Baby?“ Das ist wenn überhaupt mein Baby, bzw. unser Baby aber ganz bestimmt nicht dass des ganzen Yachtclubs.

So gerne ich die Gemeinschaft im Hafen mag, im Moment schießt sie ganz kräftig über’s Ziel hinaus. Und mir graut ein wenig vor morgen, denn auch die Mutter vom Mann ist so eine Bauchtatschkandidatin. Im Hafen werde ich wohl erst wieder meine Ruhe haben wenn unser Boot in 4 Wochen wieder im Wasser ist, da weiß ich dass die direkten Stegnachbarn sich nur im normalen Maße interessieren.

Natürlich weiß ich, dass keiner es böse meint, aber ich mag jetzt gerade nicht auch noch meine Grenzen verteidigen müssen und Hormone reden hier wohl gerade ein kräftiges Wörtchen mit.

Ultraschallala

31. Schwangerschaftswoche, Zeit für den letzten großen Ultraschall.

Frollein im Bauch hat ja ihren eigenen Kopf und drehte sich gestern pünktlich vor dem Termin in Beckenendlage. Die Murmel schön rechts gegen die Rippen gedrückt, eher unbequem für mich. Kurz vor knapp gab sie dann heute morgen aber das brave Kind und dreht sich 5 Minuten vorm dem Ultraschall in Schädellage.

Ansonsten alles in Ordnung, Kopf ist größentechnisch einen Hauch voraus, Rest voll und ganz durchschnittlich, kleiner Quadratschädel. Platz ist ausreichend, Fruchtwasser auch, Versorgung gut, nix zu meckern. CTG gab’s übrigens nicht. Bin ich jetzt auch nicht so sonderlich scharf drauf, habe ja auch nichts, was sich auch nur in Richtung Wehen anfühlt. Wenn der Bauch mal hart wird ist das schon sehr selten.

Der Termin in 2 Wochen sollte dann auf den Nachmittag verlegt werden, aber da ich den eh bei der Hebamme machen wollte, habe ich dankend abgelehnt. Nachmittags muss man in der Praxis immer so ewig warten. Auch der Termin Anfang Mai sollte verlegt werden, den habe ich dann auch gleich abgesagt, ab jetzt also immer schön im Wechsel FA und Hebamme.

Und so langsam muss ich dann wohl mal nen Termin zur Anmeldung im Krankenhaus machen, ist ja auch in 3-5 Wochen fällig.

48 Stunden München, 14 Stunden Deutsche Bahn

Schon seit Januar gebucht war die Fahrt für ein Wochenende bei der Freundin aus der Ausbildung in München. Uns mehr als einmal im Jahr zu treffen schaffen wir eigentlich nie, das letzte Mal haben wir uns auf unserer Hochzeit gesehen.

Irgendwie stand das Wochenende aber unter keinem guten Stern, meine Bahn von Hamburg nach München war ein Ersatzzug, IC statt ICE, aber immerhin pünktlich da und ich hatte eine Steckdose am Platz.

Angekommen in München dann die nächste Hiobsbotschaft, Kind der Freundin (20 Monate) krank, Fieber und Schnoddernase. Lebenspartner der Freundin das ganze Wochenende unterwegs Skifahren. So machten wir es uns bei Tiefkühlpizza und DVD halt auf dem Sofa gemütlich, aber wirklich lang wurde der Abend auch nicht.

Der nächste Tag begann wie erwartet früh, aber zumindest mit einem deutlich gesünderem Kind und so peilten wir eine kleine Shoppingtour für den Nachmittag an. Aus der wurde dann nichts, noch nicht mal ins Parkhaus kam man rein, Parkplatz außerhalb auch keine Chance. Dazu kam dann noch ein Migräneanfall der Freundin, so dass wir die Aktion abgeblasen haben, ich bin zurück gefahren und wir shoppten lediglich noch ein wenig Essen für den Abend und das Mittag für Sonntag.

Die Freundin unterhielt sich mehrfach mit der Keramik, ich sorgte für etwas zu essen, und als das Kind im Bett war und die Freundin auf dem Sofa gegen 21 Uhr die Augen schwer wurden, verkroch mich mit einem Buch ins Bett.

Sonntag wollten wir dann zumindest mal kurz vor die Tür und suchten den nahegelegenen Spielplatz auf, kein wirkliches Vergnügen bei Minus 3 Grad und eisigem Wind. Dementsprechend schnell war der Rückweg eingeschlagen.

Dann war auch schon wieder Zeit für’s Mittag, damit das Kind seinen Mittagsschlaf noch rechtzeitig vorm Aufbruch zum Bahnhof beenden konnte. Dort angekommen sah noch alle gut aus, nur war der Sohn der Freundin nicht sehr angetan von meiner Abreise.

Meine Buchung hatte einen Umstieg in Würzburg und da begann das Bahn-Drama, Zug fuhr in 2 Teilen, der eine kam pünktlich, nur meine Reservierung war im anderen Teil. Soweit so gut, einen Sitzplatz in der 1. Klasse (bei der Buchung war der 1. Klasse Sparpreis nicht teuerer, da sagt man ja nicht nein) zu finden war kein Problem.

Das wirkliche Drama begann nach dem Halt in Fulda, eine Personen-Unfall zwischen Kassel und Göttingen. Wir würden eine Umleitung fahren. 30 Minuten mehr seien einzuplanen. Aus denen wurden dank langsamerer Strecke, einem ungeplanten Zwischenhalt in Göttingen und teilweise nur Eingleisigkeit dann 90 Minuten bis Hannover. Und daraus resultierend fuhr der Zug nicht wie geplant bis Altona sondern nur bis Hauptbahnhof, doppelte Fahrzeit für meinen Mann der mich abholen wollte. Wir planten dann um, ich würde bereits in Harburg aussteigen und er holt mich dort ab, das geht schneller als eine Fahrt zum Hauptbahnhof. So war das nach Hause kommen vor Mitternacht zumindest nicht ganz ausgeschlossen.

Nach Hannover dann so als Sahnehäubchen noch ein pöbelnder Betrunkener ohne Fahrschein im Waggon. Den haben die Zugbegleiter dann in Uelzen vor die Tür gesetzt, meine Panik war schon, dass wir dort noch auf Bundespolizei warten müssen, damit die ihn zum Aussteigen bewegen.

Kurz nach 23 Uhr stieg ich dann in Harburg aus, gegen halb 12 waren wir zu Hause. Schön war’s nicht das Wochenende, aber erkenntnisreich. Ich hoffe, ich habe später mehr Geduld mit meinem Kind, ich würde immer wieder 1. Klasse buchen und zu Hause ist es doch am schönsten. Abgesehen vielleicht von an Bord des eigenen Bootes 😉

Geschnibbseltes zum Beginn der Urlaubswoche

Nach einem Blick auf die Wettervorhersage gestern war ich extrem froh diese Woche Urlaub zu haben, das anstrengende Fahren durch den Schnee letzte Woche hat mir gereicht.

Bis Donnerstag habe ich Zeit hier ein wenig liegengebliebenes zu erledigen (Mails sortieren, im Bankprogramm die Buchungen sortieren, Dokumente digitalisieren, verschlagworten und sortieren) und das zu tun, worauf ich Lust habe.

Freitag geht’s dann mit der Bahn nach München um eine Freundin zu besuchen, Sonntag wieder zurück, Montag dann nochmal ein Tag Urlaub. Dann sind es noch ziemlich genau 100 Stunden zu arbeiten.

Da mein Auto ein hübsches Schneemützchen trägt, habe ich gerade mit dem Telefon „gekocht“, Montags ist ein prima Tag um schwangerschaftstaugliches Sushi zu bestellen, denn dann kommt es aus der Zentralproduktion, wo roher Fisch ganz strikt getrennt behandelt wird. An den anderen Tagen kommt das Sushi aus einem Restaurant, die das Sushi generell nicht so gut machen.

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(gerade angekommen)

Heute Abend steht dann wieder der Vorbereitungskurs auf dem Programm, da werde ich dem Mann das Auto ohne Schneemützchen abnehmen oder mich von ihm fahren lassen.

Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, kommt meine Schwester samt Familie Mitte der (auf jeden Fall aber spätestens nächste) Woche zu Besuch (zum Teil hier im Haus, zum Teil bei der anderen Oma), das bedeutet vor allem, dass hier Küchen-Chaos herrscht, zu dritt haben wir hier schon unterschiedliche Ordnungsansichten, die meiner Schwester sind allerdings komplett unpassend.

Die letzte Nacht war bis um halb 7 eher unruhig, über die Arbeit träumen ist echt doof, ich hätte in 5 Wochen dann gerne so ein Men-In-Black-Blitzdings. Nachdem der Mann aufgestanden war, habe ich dann komatös geschlafen, noch nicht mal der Schneeschieber konnte mich wieder aufwecken.

Nachdem ich im 2. Trimester mengenmäßig wieder gegessen habe wie vor der Schwangerschaft, muss ich mich langsam ab und zu wieder dran erinnern, mal ne Zwischenmahlzeit einzuschieben, sonst will ich schon um 17 Uhr Abendessen oder wache sehr hungrig auf.

Vorhersagen, die erste

Nur damit ich hier in 1-2 Jahren selbst nachlesen kann, was mir in der Schwangerschaft mal vorhergesagt wurde, schreibe ich das heute mal auf. Vielleicht mag ja die ein oder der andere auch seine Vorhersagen die er mal bekommen hat kommentieren.

Weil mein Chef gerade nicht in sein Büro kam, lungerte er bei mir rum. Und gab mal wieder eine seiner Weisheiten zum besten (sehr beliebt ist die, dass man chronische Krankheiten nur bekommt, weil man mit sich selbst unzufrieden ist, bzw. im Konflikt steht, er ist übrigens dauererkältet).

Heute sagte er mir voraus, dass sich mein Leben und das meines Mannes jetzt ja total ändern würde. Man quasi ein ganz anderer Mensch wird.

Da ich es mir nicht komplett mit ihm verscherzen will, habe ich dann mal nichts gesagt. Ich glaube da nämlich nicht dran. Ich glaube und hoffe, dass ich im Kern genauso bleibe wie ich bin. Mit schneller, manchmal einen Hauch zu ehrlicher Zunge (oder Fingern auf der Tastatur), ungeduldig, aufbrausend, hilfsbereit, fordernd, pragmatisch, ohne Maske, vorausplanend, misstrauisch und technikverliebt.

Sicher werden sich Schwerpunkte verschieben und ein paar neue Fähigkeiten und Aufgaben hinzukommen, aber ich möchte kein anderer Mensch werden.

Andere sagen voraus, dass mir so ohne Job die Decke auf den Kopf fallen wird. Als wenn es Computer nur auf der Arbeit gäbe und ich außerhalb keine Freunde oder Hobbys hätte.

Ich möchte auch mit Kind gerne leckere Dinge kochen und essen, abends im Hafen mit Freunden unvernünftig viel Bier trinken (natürlich nach der Stillzeit) und dort wie jetzt auch mit anpacken wenn es etwas zu tun gibt. Es gibt so viel außerhalb des Jobs, was jetzt zurücksteckt. Und so viel, was es noch zu entdecken und zu lernen gibt.

Alles was reingeht

Wenn man den Termin mit der Hebamme dem beim Frauenarzt vorzieht, häufen sich die Dinge, die man nur beim Arzt bekommt irgendwie an. Deshalb war das Programm gestern morgen auch eher straff, die übliche Klo-Runde, dann Blutdruck (1. Versuch, Wert eher hoch), auf die Waage und dann die Zuckerlösung für den Diabetestest trinken.

Kurz ins Wartezimmer gesetzt und gleich wieder in die Apotheke geschickt werden, um sich die Rhesus-Prophylaxe zu besorgen.

Dann zur Ärztin rein, blablabla, kurz auf den Stuhl zum Ultraschallen gehüpft, weil meine Blase gerade doch etwas zu sehr nervt und mal kurz geklärt wurde ob es evtl. mehr als nur nervig ist.

Nö, alles paletti, meine Blase ist wohl ein Sensibelchen, Gebärmutterhals vorbildlich bei 4,5 cm. Außerdem zu sehen, Frollein hat sich dem Gerumpel nach zu urteilen gestern wieder in Beckenendlage gedreht (Kopfstand gibt’s also nur für die Hebamme, so klein und schon Sympathien haben, von wem sie das wohl hat?).

Dann noch die Rhesus Prophylaxe verpasst bekommen und dann hieß es warten auf das Ende der einen Stunde für die Zuckergeschichte. Nachdem Blut abgenommen war, dann der nächste Versuch einen Blutdruckwert im normalen Bereich zu bekommen. Bei Versuch 2 und 3 streikte das Gerät, Wert zu niedrig. Versuch 4 ergab dann den gewohnten Keller-Blutdruck.

Ergebnis vom Zucker-Test dann heute oder morgen, die Praxis meldet sich aber nur wenn es was zu beanstanden gibt.

Rückblickend war dieser Termin aber eher langweilig, denn der Tag ging bei der Arbeit weiter mit einem 3-Stunden-Meeting das sich inkl. Vor- und Nachbereitung auf 5 Stunden ausdehnte und wir trotzdem nicht fertig waren, das ganze dann garniert mit ein paar Hiobsbotschaften (geänderte Dateiformate, der Bewerber auf meinen Job hat abgesagt). So kam ich dann gegen halb sechs aus der Firma, hatte kein vernünftiges Mittagessen und nur noch eine Stunde um nach Hause zu kommen und mich für’s Wal-Yoga umzuziehen.

Da half das Yoga dann auch nicht um runter zu kommen und die Nacht war irgendwie unruhig. Jetzt hoffe ich, dass dieser Arbeitstag ruhiger wird.

Freitags-Füller

1. Die ersten Schokoladen-Ostereier sind mir total egal, ich habe das Marzipan von Weihnachten noch nicht mal verputzt.

2. Ich weiß immer noch nicht, wie ich das finden soll, dass sich meine Körperausmaße verändern.

3. Manchmal ist weniger mehr, möchte ich meiner Mutter gerne auf die Stirn tätowieren. Weil ein Bekannter von ihr heute vorbeikommt, um sich bei uns für die Prüfungsvorbereitung zum Sportbootführerschein etwas Nachhilfe abzuholen, ist sie schon wieder im vollen Putz- und Deko-Wahn.

4. Seitdem ich beim Yoga-Kurs bin, habe ich die Mantras, die mir gefallen haben, auf meiner Playlist.

5. Gestern um 20 Uhr saß ich in der Küche und habe mit dem Mann zu Abend gegessen .

6. Wenn unser Boot wieder im Wasser ist, fängt für mich der Frühling an.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf was selbstgekochtes , morgen habe ich nichts geplant und Sonntag möchte ich vielleicht einen Kurzbesuch im Hafen machen!